Mit der Ausstellung Kengo Kuma – Der Fluss der Linien durch das Objektiv von Erieta Attali widmet sich das Museum für Architekturzeichnung dem Dialog zwischen Architektur, Zeichnung und Fotografie. Den Schwerpunkt der Präsentation bilden 86 Handzeichnungen des international renommierten japanischen Architekten Kengo Kuma, die durch 18 ausgewählte Kunstfotografien von Erieta Attali eine neue, visuelle Dimension erfahren.
Kengo Kuma zählt zu den bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen Architektur. Seine weltweit bekannten Projekte – darunter das Nationalstadion in Tokio, das Designmuseum V&A Dundee, der Tiffany-Store in Tokio-Ginza und viele weitere Bauwerke – zeichnen sich durch eine besondere Sensibilität für Materialien, Licht und Landschaft sowie für die Geschichte der Orte aus. Weniger bekannt hingegen sind die Handzeichnungen Kumas: Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten gewähren einen seltenen Einblick in den kreativen Prozess des Architekten. Bei den Zeichnungen handelt es sich nicht um bloße Skizzen oder Vorstudien, sondern um eigenständige Werke, in denen sich Ideen, Bewegungen und räumliche Konzepte verdichten. So unterschiedlich die Projekte auch sind, die Technik der Handzeichnungen ist bewusst schlicht gehalten – die meisten Werke sind bis auf wenige frühe Skizzen monochrom und entweder in Bleistift oder kräftiger Kohle ausgeführt.
Diese zeichnerische Welt findet ihre Ergänzung und ihren Resonanzraum in den Fotografien von Erieta Attali. Während der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Architekten hat sie zahlreiche Werke Kumas künstlerisch interpretiert: Ihre Fotografien erfassen das Licht, die Stimmung, die Übergänge und die subtile Beziehung zwischen Bauwerk und Umgebung. Attalis Blick lenkt die Aufmerksamkeit auf Licht, Schatten und Textur und macht sichtbar, wie sich Kumas Linien in realen Räumen entfalten.
Die Ausstellung versteht sich als ein dialogisches Zusammenspiel zweier künstlerischer Positionen. Sowohl in Kumas Zeichnungen als auch in Attalis Fotografien wird Architektur als etwas verstanden, das sich in Bewegung befindet und sich kontinuierlich verändert. Die Ausstellung lädt dazu ein, Architektur nicht nur zu sehen, sondern als sinnlichen, fließenden Prozess, als einen Fluss der Linien zu erleben.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Nadejda Bartels, Direktorin des Museums für Architekturzeichnung. Begleitend zur Schau erscheint ein Katalog.
Kengo Kuma – der Fluss der Linien durch das Objektiv von Erieta Attali
Podiumsdiskussion mit Kengo Kuma, Erieta Attali, Sergei Tchoban und Barry Bergdoll:
12. Juni 2026, 16 Uhr
Aedes Metropolitan Laboratory
Christinenstr. 18–19
10119 Berlin
Tchoban Foundation – Museum für Architekturzeichnung
Christinenstr. 18a
10119 Berlin
Ausstellungseröffnung: 12. Juni 2026, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 13. Juni 2026 - 13. September 2026
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 14 – 19 Uhr, Sa – So: 13 – 17 Uhr
Eintritt: 6€ / ermäßigt 4€
In Kooperation mit: Kengo Kuma & Associates
Unterstützt wird die Ausstellung vom jdzb – Japanisch Deutsches Zentrum Berlin, von der thomas Gruppe, GROHE und TCHOBAN VOSS Architekten.