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EDGE Suedkreuz Berlin
Berlin | 2022
EDGE Suedkreuz Berlin, ein aus zwei Baukörpern bestehendes siebengeschossiges Büroensemble mit insgesamt rund 32.000 m² Grundfläche, wurde auf einem rund 10.100 m² großen Grundstück ganz in nachhaltiger, modularer Holz-Hybrid-Bauweise errichtet. Das größere der beiden freistehenden Gebäude umfasst rund 20.000 m² Grundfläche und ist damit auf lange Sicht flächenmäßig das größte freistehende Holz-Hybrid-Gebäude in Deutschland – und eines der größten in Europa. Ab Mai 2022 dient es dem Energieversorger Vattenfall als neue Deutschland-Zentrale.

Das kleinere Gebäude folgt als langgezogener Solitär der Bauflucht des größeren Bürogebäudes, das mit einem unregelmäßig trapezförmigen Grundriss als Carré ausgebildet ist. Die zwei Baukörper bilden zur Hedwig-Dohm-Straße eine Flanke und lassen zum Bahnhof Südkreuz einen neuen, urbanen Vorplatz mit Grünanlagen und Sitzmöglichkeiten entstehen.

Im Herzen des Carré-Gebäudes befindet sich ein großzügiges, lichtdurchflutetes Atrium. Eine zweigeschossige, zum Vorplatz hin orientierte Eingangslobby mit einer lichten Höhe von 7 Metern öffnet das massive und strikt gerasterte Volumen. Überspannt wird das 26 m hohe Atrium von einem transparenten ETFE-Foliendach, das auf einer Holzbinderkonstruktion ruht. Zentraler Blickfang sind die vier in ihren Höhen abgestuften, baumähnlichen Gebilde („Trees“), die unter dem Foliendach wie in einem Gewächshaus in den Himmel emporwachsen und mit ihrer Lamellenstruktur aus Fichtenholz an gigantische Pilze erinnern. Der größte „Tree“ hat eine Höhe von 14,87 m und einen Plattformdurchmesser von 6,20 m, der niedrigste eine Höhe von 4,28 m bei einem Durchmesser von 7,20 m. Verbunden sind sie durch filigrane Treppen mit weißen Geländern, die – jenseits der klassischen Gebäudekerne – über die Plattformen hinauf zu den angrenzenden Büroetagen führen. Im fünften Obergeschoss befindet sich eine Sky-Lounge mit Panoramafenster und einer großzügigen Außenterrasse. Die Lounge ist offen mit dem Atriumraum verbunden und ebenso wie die Büros fußläufig über die „Baum-Treppen“ zu erreichen. In den inneren Gebäudeecken befindet sich jeweils ein Gebäudekern mit einem Sicherheitstreppenhaus und Aufzügen.

Das Solitärgebäude besitzt eine zweigeschossige Eingangslobby mit einer lichten Höhe von ca. 7 Metern. In den ersten bis sechsten Obergeschossen befinden sich Büros, im Erdgeschoss zusätzlich Gastro-, Gewerbe- bzw. Einzelhandelsflächen. Das Gebäude betritt man über den neuen Stadtplatz, die vertikale Erschließung erfolgt über einen zentral gelegenen Kern mit einem Sicherheitstreppenhaus und zwei Aufzügen. Gartengleich präsentiert sich die begrünte Außenfläche der Lounge auf dem Dach des Gebäudes.

Solitär wie Carré haben auf allen Ebenen ein flexibles modulares Grundriss-Raster, das sich bei Umnutzung flexibel individuellen Wünschen anpassen kann. So können moderne, multifunktionale Arbeitswelten entstehen.

Die Fassaden sind in einem gleichmäßigen Raster aus nachhaltigen und witterungsbeständigen Glasfaserbetonplatten aufgebaut, das durch horizontale Bänder und durch farbige vertikale Paneele eine Gliederung erhält. Pylone strukturieren die Fassaden vertikal. Pilaster aus Faserbeton stärken visuell den Sockelbereich. Die rhythmischen Fassaden besitzen eine für jedes Volumen individuell gewählte, zurückhaltende Farbigkeit. Glaserker mit Festverglasung und MicroShade-Sonnenschutz akzentuieren zusätzlich die Fassaden: Diese sind beim Solitär ein- und beim Carré zweigeschossig. Die übrigen Fenster sind mit Blendschutz und außenliegendem Sonnenschutz versehen.

Beim Hochbau kamen rund 3.500 m³ FSC-zertifiziertes Fichtenholz zum Einsatz. Durch die intelligente Kombination von Holz mit Beton wurde bei der Hybrid-Bauweise bis zu 80 Prozent CO2 pro Quadratmeter Nutzfläche eingespart. Ein niedriges Konstruktionsgewicht, kürzere Rohbauzeiten, hohe Planungs- und Kostensicherheit und eine lange Haltbarkeit sind weitere Vorteile dieser Konstruktion. Die bei EDGE Suedkreuz Berlin verwendeten Baumaterialien sind nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip weitgehend recyclefähig. Da das Holz-Hybrid-Gebäude nur etwa ein Drittel eines in herkömmlicher Stahlbetonbauweise errichteten Gebäudes wiegt, konnte eine um ca. 30% dünnere Fundamentplatte gegossen werden – was sich zusätzlich positiv auf die CO2-Bilanz des neuen Bürostandortes auswirkte.

Beide Gebäude des Bürokomplexes teilen sich im Untergeschoss eine Tiefgarage mit 218 auf E-Mobility ausgerichteten, mietereigenen Stellplätzen. Rund 100 Fahrradstellplätze, auch für E-Bikes, befinden sich im Fahrradraum sowie 32 weitere in den Außenbereichen. Biomethan-Blockheizkraftwerke sorgen für eine effiziente Wärmeversorgung.

Unterstützt durch die Holz-Hybrid-Bauweise, ist das Projekt DGNB-Platin vorzertifiziert und erhält Deutschlands erstes WELL Core & Shell Gold Zertifikat.

Bauherr: SXB S. à r. l. / EDGE
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